Schillerbrief wird "Star" der Benefizauktion

Ein Originalbrief aus der Feder Friedrich Schillers wird Ende November im Stuttgarter Auktionshaus Eppli versteigert. Eine Stuttgarterin hat den Brief kürzlich dem Auktionshaus anvertraut. Bei der Auktion handelt es sich um eine Benefizauktion. Das Haus Eppli veranstaltet sie zugunsten der evangelischen Landeskirchenstiftung und der Stiftung Saut Kuu („Starke Stimmen“) von Dr. Auma Obama, Schwester des vormaligen US-Präsidenten.

Es sei sehr selten, dass ein derart gut erhaltenes Autograph Schillers angeboten werde, sagte Auktionator Ferdinand Eppli am Dienstag, 21. August, bei einer Präsentation des Briefes. Zudem sei es hochinteressant, welche Einblicke der Brief eröffne. „Die Künste blühen hier“, schreibt Schiller am 17. März 1794 während eines mehrwöchigen Aufenthalts in Stuttgart seinem Freund Christian Gottfried Körner. Schiller spricht anerkennend von einem „vortrefflichen Orchester und sehr guten Ballet“, begeistert sich für den Bildhauer Dannecker („ein wahres Kunstgenie“), den „Tonkünstler Zumsteeg“ und den „vorzüglich(en)“ Kaplan Werkmeister am Hof des Herzogs. Zugleich beklagt er, dass es unter den Gelehrten „mehr Mittelköpfe, als vorzügliche Genies“ gebe. Doch es tue ihm gut, „nach einer 8 Monat langen Dürre sich wieder unter denken Menschen zu befinden.“ Auch avisiert er, „Wallenstein weiter auszuarbeiten.“

Dass der Brief echt ist, erklärte der Experte für Schiller-Handschriften, Prof. Dr. Helmuth Mojem vom Deutschen Literaturarchiv Marbach. „Die Handschrift ist eindeutig die Schillers. Das kann man am Schriftduktus wie auch beim Vergleich von Wörtern und Einzelbuchstaben mit anderen, gleichzeitigen Briefen Schillers erkennen.“ Bei dem Papier handele es sich um das übliche, leicht vergilbte, gerippte Papier der Zeit. Der Text stimme bis auf kleine Abweichungen mit bisherigen Schiller-Ausgaben überein. Schließlich weist Mojem darauf hin, dass die Bearbeitung der Schiller-Nationalausgabe im Jahr 1992 ohne das Original dieses Briefes habe auskommen müssen. Denn der Verbleib der Handschrift sei seit einer Versteigerung 1951 in Hamburg unbekannt gewesen.

Das Auktionshaus Eppli wird den Brief mit 15.000 Euro aufrufen. An welchem Tag genau – ob am 23. oder 24. November – ist noch offen. Für die Auktion wurden weitere bemerkenswerte Gegenstände eingereicht. Etwa ein Brief von Marie-Louise von Österreich, zweite Ehefrau Napoleons, eine Luxustasche der Bloggerin und Influencerin Caro Daur (1,5 Millionen Instagram-Follower), eine signierte Jacke, die Schauspieler Henning Baum in der ersten Folge von „Der letzte Bulle“ getragen hat, ein signiertes Sportshirt der Tennislegende Steffi Graf, ein Halsschmuck von Model und Moderatorin Rebecca Mir, dazu zeitgenössische Kunst, hochwertiger Schmuck, Silberwaren sowie Antiquitäten – und nicht zuletzt ein Ring von Dr. Auma Obama selbst.

„Bis Ende Oktober noch kann jede und jeder etwas einliefern und dabei bestimmen, wie hoch die Spende sein soll“, sagte Helmut Liebs, Pfarrer für Fundraising und Stiftungsmanagement in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die Menschen sollten keine Scheu haben, ihre Objekte zum Auktionshaus zu bringen und erstmal unverbindlich schätzen zu lassen. „Eine Auktion mit solch großartigen Gegenständen samt entsprechend hoher Aufmerksamkeit und dazu für gleich zwei gute Zwecke – das kommt so schnell nicht wieder“, so Liebs.

Termine zur Einreichung für die Aktion können vereinbart werden unter:
www.eppli.com oder unter der Rufnummer 0711 / 25 36 540.

Auma Obama: Schirmherrin einer Benefizauktion

Unter der Schirmherrschaft von Dr. Auma Obama findet am 23. und 24. November dieses Jahres im Stuttgarter Auktionshaus Eppli eine Benefizversteigerung statt. Den Erlös teilen sich die Stiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, kurz Landeskirchenstiftung, sowie die Stiftung Sauti Kuu, deren Gründerin und Vorsitzende die Schwester des vormaligen US-Präsidenten ist.

„Ab sofort ist jede und jeder eingeladen, Schätze einzuliefern“, erklärten die beiden Auktionatoren Franz und Ferdinand Eppli bei einem Pressegespräch am Freitag, 27. April, in Stuttgart. Willkommen sei alles, was einen gewissen Wert habe, sammelwürdig oder originell sei. Prominente könnten auch „wertvolle Zeit“ anbieten, zum Beispiel ein gemeinsames Essen. Wer etwas einliefere, könne bestimmen, wie viel vom Nettoerlös an die beiden Stiftungen gehen soll; dafür erhalte der Einlieferer eine Spendenbescheinigung. Das Auktionshaus selbst verzichtet auf das so genannte Abgeld in Höhe von 20 Prozent und gibt dieses an die Stiftungen.

Auma Obama hat die Stiftung Sauti Kuu 2010 in Kenia gegründet; seit 2011 ist sie auch in Deutschland anerkannt. Die Stiftung möchte Kindern und Jugendlichen in aller Welt „starke Stimmen“ – so die Übersetzung des Stiftungsnamens – geben. Sie sollen ermutigt werden, ihre Zukunft selbst in die Hände zu nehmen, nach dem Motto „Use what you have to get what you need“: Nutze, was Du hast, um zu bekommen, was Du brauchst.

Persönlichkeitsentwicklung, Aus- und Weiterbildung sowie nachhaltiges ökonomisches Wachstum seien die drei Säulen der Stiftung. Als Beispiel nannte Obama ein Sport-, Lern- und Ausbildungszentrum im kenianischen Alego, das im Juli dieses Jahres eröffnet wird. Der Auktionsgewinn solle unter anderem in die Gebäude und Ausbildungsbereiche wie Schreinerei, Maurerhandwerk, Elektrotechnik und Schneiderei fließen. „Als Schirmherrin freue ich mich, dass die Sauti Kuu Foundation Teil dieser Auktion ist und hoffe, dass viele Menschen diese Art der Hilfe nutzen werden und sich engagieren“, so Obama. Sie selbst spendete eine Ring, den sie als Mädchen geschenkt bekam, für die Auktion.

Die Hoffnung auf einen guten Auktionserlös hat auch die Landeskirchenstiftung, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Zum einen berät und begleitet sie Privatpersonen, Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen, wenn diese ihrerseits eine Stiftung errichten möchten. „In zehn Jahren sind so 81 neue Stiftungen mit einem Vermögen von 29 Millionen Euro entstanden“, sagte der landeskirchliche Stiftungspfarrer Helmut Liebs. Zum anderen fördert die Stiftung aus Erträgen von Zustiftungen kirchliche Projekte. So konnten seit Bestehen 175.250 Euro an 30 Projekte gegeben werden. „Jedes dieser Projekte dient dem Miteinander von Menschen und jede dieser Stiftungen ist wie eine Brücke in die Zukunft“, so Liebs.

Stiftungen als Brücke in die Zukunft – das sei der Schlüssel zur Kooperation mit Dr. Auma Obama gewesen, erläutert Pfarrer Liebs: Vor zwei Jahren habe er die Schwester des ehemaligen US-Präsidenten bei einer Veranstaltung des Auktionshauses Eppli kennengelernt. „Die Arbeit ihrer Stiftung wie auch ihre Persönlichkeit hat mich sehr beeindruckt“, so Liebs. Einige Zeit später, bei den Planungen zum zehnjährigen Jubiläum der Landeskirchenstiftung, habe er sich an die vormalige Begegnung erinnert. „Dr. Auma Obama samt ihrer Stiftung, das Auktionshaus Eppli und die Landeskirchenstiftung verbindet ein Anliegen: Alle tragen mit ihren Möglichkeiten dazu bei, dass zwei Stiftungen mittels einer Auktion Gutes tun können. Daher freue ich mich sehr, dass mein Vorschlag zusammenzuarbeiten nun Realität geworden ist“, erklärt Liebs. Nun liegt es an den Menschen in Stadt und Land, dass sie auktionswürdige Gegenstände bei Eppli einreichen. Das ist bis Ende Oktober möglich.

Termine zur Einreichung für die Aktion können vereinbart werden unter:
www.eppli.com oder unter der Rufnummer 0711 / 25 36 540.