25.01.2012
Vier Jahre Landeskirchenstiftung
40 neue Stiftungen in vier Jahren
Bericht von Oberkirchenrat Dr. Martin Kastrup auf der Jahresfeier der Landeskirchenstiftung am 23. Januar 2012Ob eine Brücke gut gebaut ist, zeigt sich, wenn man darauf sicher von der einen auf die andere Seite gelangt.
Ob ein Weinstock gut gepflanzt ist, erweist sich, wenn er schmackhafte Früchte bringt.
Und ob ein Orchester gut gespielt hat, lässt sich am Beifall nach dem Konzert ermessen.
Brücke, Weinstock, Orchester – auf die Wirkung kommt es an. Analog ist auch die Landeskirchenstiftung zu befragen: ob sie trägt, ob sie fruchtet, ob sie Beifall verdient – kurz gesagt: ob sie wirksam ist. Deshalb seitens des Finanzdezernenten der Evangelischen Landeskirche in Württemberg ein paar Worte zur Wirksamkeit der Landeskirchenstiftung.
Wenn ich auf das vierjährige Bestehen der Stiftung blicke, stelle ich fest, dass sie auf zweierlei Weise wirkt: Einerseits begleitet sie Kirchengemeinden, kirchliche Einrichtungen sowie einzelne Stifterpersönlichkeiten bei der Errichtung ihrer kirchlichen Stiftungen. Und andererseits stellt sie Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen Mittel zur Verfügung.
Die Begleitung von Stiftern und Stiftungen durch die Landeskirchenstiftung reicht von der juristischen Beratung über das Marketing bis hin zur Stiftungsverwaltung, Geldanlage und Rechnungsprüfung. Im Ergebnis wurden so innerhalb von vier Jahren 40 kirchliche Stiftungen neu errichtet. Es handelt sich dabei um selbstständige und unselbstständige Stiftungen; manche in der Verwaltung der Landeskirchenstiftung, andere in eigener Verwaltung. Wir sind hier für die unterschiedlichsten Formen offen und beraten Kirchengemeinden, Bezirke, Werke und Privatpersonen so, dass die jeweiligen Wünsche bestmöglich zum Zuge kommen. Auf diese Weise wurden im vergangenen Jahr 9 Stiftungen neu errichtet, die Stiftung Kenia-Hilfe im Kirchenbezirk Münsingen, die Stiftung gegen Armut im Kreisdiakonieverband Öhringen, die Stiftung für die kirchliche Soldatenbetreuung, die Sozialstiftung Laichinger Alb sowie fünf Stiftungen für Kirchengebäude, nämlich in Stuttgart-Sonnenberg, in Göppingen, in Amstetten, in Bad Schussenried und in der Gemeinde Oberensingen-Hardt. Die 40 Stiftungen der vergangenen 4 Jahr vereinen ein Vermögen von derzeit 14,5 Millionen Euro [inkl. Landeskirchenstiftung].
Komme ich auf den zweiten Zweck der Landeskirchenstiftung zu sprechen, nämlich Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen Mittel zur Verfügung zu stellen. Das ist wie schon 2010 auch im vergangenen Jahr möglich gewesen, und zwar aus Erträgen, die bei der Landeskirchenstiftung selbst generiert wurden. Denn die Landeskirchenstiftung ist einerseits mit einem Anfangsvermögen von 4 Millionen Euro ausgestattet worden, und ihr wurden andererseits rund 310.000 Euro zugestiftet. Aus den Erträgen wurden in 2011 gefördert: das Evangelischen Jugendheim in Ehingen, das Jugendcafé SichtBar der Evangelischen Jugend in Stuttgart, der Kulturführerschein der Landesarbeitsgemeinschaft Evangelischer Seniorinnen und Senioren sowie eine im Aufbau befindliche Senioren-Musik-Akademie von Diakonissenanstalt und Paul-Gerhardt-Gemeinde in Stuttgart. Insgesamt wurden 2010 und 2011 75.000 Euro ausgeschüttet.
40 Stiftungen mit 14,5 Millionen Euro neu errichtet und 75.000 Euro via Landeskirchenstiftung vergeben – ich denke damit ist deutlich, dass die Landeskirchenstiftung wie eine stabile Brücke trägt, wie ein guter Weinstock fruchtet und wie ein stimmiges Orchester Beifall verdient. Letzteres – den Beifall – will ich allerdings nicht allein für die Landeskirchenstiftung reklamieren, sondern vor allem denjenigen zukommen lassen, die sich als Stifterinnen und Stifter innerhalb der Landeskirche und ihren Gemeinden und Einrichtungen engagiert haben. Vielen Dank für dieses Engagement. Und sofern Sie Möglichkeiten haben, dazu beizutragen, freue ich mich sehr.
Ich bin zuversichtlich, dass sich das kirchliche Stiftungswesen auch in den kommenden Jahren dynamisch entwickeln wird. Seitens der Landeskirchenstiftung werden wir auch künftig beste Beratung und Begleitung bieten. Gerne – um mit Pfarrer Jörg Zink zu sprechen – sehen wir dabei nach den Sternen und achten zugleich auf die Gassen. Dann kann ich sicherlich in einem Jahr berichten, dass sich die Landeskirchenstiftung erneut als sehr wirksam erwiesen hat.

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